Nathansbratens Blog

Bloggen zwischen Tür und Angel

Kategorie: Urlaub

Urlaub in der Normandie

Nach Jahren im beliebten Urlaubsort Balkonien hat es uns 2016 in die Normandie gezogen. Also genau genommen hat es primär meine Frau dort hin gezogen. Ich bin bekennender Urlaubsmuffel. Aber was macht man nicht alles für die Liebsten ;)

Gesagt getan und knapp 950km und 10 Stunden später waren wir nicht mehr in Deutschland, sondern in Barneville-Carteret direkt an der Küste vor Jersey angekommen. Was soll ich sagen, es waren aufregende und vor allem voll gepackte 14 Tage in Frankreich. Aber ich habe es immerhin hin bekommen einen kompletten Tag mit der Angel am See zu verbringen. Auch wenn es zwischendurch geregnet hat was das sooooooooo entspannend.

Der erste Fisch des Tages!

Der erste Fisch des Tages!

Meissener Porzellanmanufaktur

Porzellan im Restaurant

Na, traust du dich die Tasse zu heben?

Ich weiß nicht ob ich es schon irgendwo erwähnt hatte, aber wir haben Silvester / Neujahr im Beschaulichen Städtchen Meißen an der Elbe verbracht. Meißen ist, neben der Tatsache das es vom Hochwasser 2002 ziemlich gebeutelt wurde, vor allem für sein Porzellan berühmt. Wenn man also in der Stadt ist, sollte man es auf keinen Fall verpassen in der Meissener Porzellan Manufaktur vorbei zu schauen. Im „Schauraum“ (Man sollte es eher in den Schauhallen nennen) zeigen die Künstler der Manufaktur dabei, dass sie sich nicht nur auf Tassen und Teller, wie auf dem Bild links neben diesem Text zu sehen, verstehen. Es ist wirklich erstaunlich zu was man in der Lage ist! Wer sich über die Bildunterschrift unter dem Kaffee wundert: Alleine die Tasse, ohne den Untersetzer und alles drumherum sollte in etwa einem Gegenwert von 70 Euro entsprechen. Da trinkt man den Kaffee mit besonderer Vorsicht ;). Meissener Porzellan wird im übrigen seit 1710 hergestellt und die Manufaktur war zu dieser Zeit, Europaweit das einzige Unternehmen welches dazu in der Lage war selbst Porzellan her zu stellen. Das Geheimnis darum war so groß, dass kurzerhand eine Befestigungsanlage um den damaligen Ort der Herstellung gebaut wurde.

Genug geschwafelt! Hier noch ein paar Eindrücke welche wir im Schauraum der Manufaktur gewinnen durften:

Baron Münchhausen aus Porzellan

Da fliegt er dahin :)

Wie man sieht sind auch berühmte Figuren aus Erzählungen bzw. Märchen dabei. Auch der Baron von Münchhausen wurde in Porzellan verewigt und ist im Eingangsbereich in verschiedenen Varianten und Größen zu sehen. Dabei ist zu beachten, dass alle diese Figuren von Hand gefertigt und bemalt sind. Neben dem Baron waren auch noch viele andere Figuren zu finden, aber alle Bilder zu veröffentlichen würde wirklich den Rahmen sprengen!

Das größte, zusammenhängende Porzellankunstwerk Europas

Das Ding war RIESIG!

Geht man die Treppen nach oben, betritt man das eigentliche Museum. Was einem sofort nach dem betreten des ersten Raumes ins Auge sticht ist dieses riesige „Gerät“ aus Porzellan. Es handelt sich um das größte, zusammenhängende Porzellan-Kunstwerk Europas! Genau genommen allerdings um einen Nachbau, da dass Original von der Bildfläche verschwand und nie wieder aufgetaucht ist. Wenn man es nicht selber gesehen hat, erhält man kaum einen Eindruck davon wie groß das Kunstwerk wirklich ist und was für eine Arbeit, und vor allem für ein Nervenkitzel, die Herstellung gewesen sein muss.

Der Weißkopfadler im ganzen

Mein absoluter Liebling in der Ausstellung

Jetzt kommen wir aber, wie die Bildunterschrift schon verrät, zu meinem absoluten Liebling unter den Ausstellungsstücken. Dieser Weißkopfadler wurde für die Weltausstellung in den USA gefertigt und ist wirklich unglaublich detailliert und realistisch dargestellt. Abgesehen von der filigranen Arbeit am Federkleid muss die Bemalung einiges an Zeit in Anspruch genommen haben.

Der Weißkopfadler

Kopf des Weißkopfadlers

Und weil es so schön war, hänge ich direkt noch eine Nahaufnahme vom Kopf des Adlers hinten dran! Dort kann man erkennen wie gut die Augen und auch die Details im weißen Bereich des Vogels zu erkennen sind.

Mein Fazit lautet: Auch wenn ich normalerweise ein Kulturbanause bin hat mich die Ausstellung der Manufaktur in Meißen fasziniert und ich erinnere mich gerne daran. Wenn man in der Nähe sein sollte lohnt sich ein Abstecher in jedem Fall. Man sollte allerdings ein bis zwei Stunden einplanen, wenn man sich wirklich alles ansehen möchte. Selbstverständlich kann man sich auch ein Erinnerungsstück direkt vor Ort kaufen. Die Preise überstiegen jedoch deutlich das, was ich bereit bin für ein Souvenir auszugeben. Man ist sich des Wertes der eigenen Porzellan-Stücke bewusst und scheut auch keine Mühen um diese gekonnt in Szene zu setzen. Das muss natürlich finanziert werden.