Nathansbratens Blog

Bloggen zwischen Tür und Angel

Gedanken eines Mitarbeiters

Heute Morgen erreichte mich der verzweifelte Hilferuf eines Arbeitskollegen, der die Gedanken seiner vergangenen Nacht schriftlich an mich weiter geleitet hat. Normalerweise würde ich das nicht hier veröffentlichen. Aber in diesem Ausnahmefall kam ich nicht daran vorbei:

Hallo!

Mein Name ist Stevie. Zumindest nennen mich hier jetzt alle so. Außer mein Boss. Der benutzt noch meinen alten Namen. Da ich nicht weiß ob ich den morgigen Tag erlebe hoffe ich das jemand das hier findet. Ich bin hier ganz alleine in diesem Raum wo sonst die Menschen mit ihren summenden Kisten sind. Die sind aber alle weg und ich kann nicht raus. Ich glaube ich muss verhungern.

Ich hab jetzt schon ewig lange geschrien. Aber keiner kommt und lässt mich raus. Ich habe Hunger und meine Toilette ist nicht da. Wenn ich nicht bald raus komme muss ich mir eine neue Toilette suchen. Vielleicht dieser weiche Beutel da hinten mit den klimpernden Sachen die immer so laut sind wenn man sie um wirft. Ja. Der sieht sehr einladend aus. Ich glaube den benutze ich jetzt erst einmal um mich zu erleichtern.

Das war gut. Blöd das hier jetzt alles nass ist. Der Beutel saugt wohl nicht so gut wie meine Toilette. Aber wenigstens kann ich jetzt immer wieder in diese Ecke gehen. Die habe ich jetzt schließlich als meine markiert. Das war eine super Idee! Aber Hunger habe ich immer noch. Hier ist aber nichts. Nur diese grünen Dinger die so gut riechen und die ich nicht berühren darf. Da werden die Menschen immer böse…

Moment! Es sind ja keine Menschen da! Vielleicht kann ich ja… Ich gehe erst mal hin und wenn nichts böses passiert… Ja, ja, jaaaa! Mhm schmeckt das gut. Und keiner hat mir was getan! Schnell noch etwas mehr davon. Jetzt habe ich wieder eine Toilette UND Essen!!! Aber raus kann ich immer noch nicht. Vielleicht wenn ich noch etwas rufe? Ich probiere es mal. Am besten ganz nah an der Tür! Da hört mich bestimmt einer.

Jetzt hat mich immer noch niemand raus gelassen. Ich kann doch nicht immer hier drin bleiben. Ich hab doch gar kein Wasser! Das fehlt! Essen, Toilette! Aber kein Wasser! Was soll ich denn jetzt machen? Ich glaube ich muss sterben. So ganz alleine hier drin und ohne Wasser! Vielleicht schlafe ich erst mal etwas… Ja! Schlaf! Das ist gut… schlaf… sch…

Oh! Ich bin wieder wach. Jetzt kann ich bestimmt raus und etwas trinken. Aber erst einmal zu meiner neuen Toilette. Ist noch ganz schön dunkel hier. Waren die Menschen eigentlich schon mal da wenn es dunkel ist? Ich weiß es nicht mehr. Aber wenn die Menschen nicht da sind kann ich auch nicht raus. Dann noch etwas essen und weiter schlafen. Vielleicht auch noch einmal auf die Toilette gleich. Oder noch etwas schreien? Versuchen schadet nichts! Naja… bringt nichts. Dann eben doch noch schlafen. Dabei hab ich so einen Durst.

Was war das? Hat mich da ein Geräusch geweckt? Ja! JA! Da ist jemand! Hilfeeeeeeeee! Hilfeeeeeeeeeeeeeeeeeee! Hilfeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee! Wo bleibt der denn? Hol mich hier raus! Jajajajaja Schritte. Sie kommen in meine Richtung. Und da! Die Tür geht auf! Jaaaaaa. HURRAAAAA! Ich bin frei und Lebe! Dankedankedankedanke! Jetzt aber erst einmal zu meinem Wasser!

Dem Kollegen geht es inzwischen wieder blendend und er hat sich von seiner harten Nacht erholt. Die gemeinen Kollegen die ihm so viel Unbehagen bereitet haben wurden auch von mir zur Schnecke gemacht. Wer den Gag hinter dem Text nicht verstanden hat die Kurzform: Ein paar meiner Kollegen haben nicht aufgepasst und unseren Büro Kater Stevie gestern Abend in ihr Büro gesperrt. Ohne Essen, ohne Wasser, ohne Toilette. Entsprechend hatte ich heute Morgen erst einmal das Vergnügen 30 Minuten lang das Büro zu schrubben, damit der Holzboden sich nicht ganz mit Katzenurin voll saugt. So stellt man sich doch einen Samstag Morgen vor, oder? Besonders toll fand ich das beim Gedanken, dass eben NIEMAND am Wochenende arbeitet. Was hier Gott sei Dank nicht der Fall ist. Dann hätte das Arme Tier ein ganzes Wochenende allein in dem Raum verbracht. Gut… der Vorteil wäre gewesen, dass ich nicht den Putzmann hätte spielen brauchen. Aber ich bin dennoch froh ihn heute Morgen befreit zu haben. Die arme Sau. Wer möchte kann Stevie ja mal auf seiner Facebook Seite besuchen!

1 Kommentar

  1. Ach du meine Güte die arme Katze. Verursachenden Mitarbeiter sollte man auch mal in den beschriebenen Raum sperren. Und zwar auch ohne Toilette, Essen und Trinken ;). Mal sehen, wie erfinderisch dieser dann ist ;p

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