Nathansbratens Blog

Bloggen zwischen Tür und Angel

Ein Erfahrungsbericht zur Geburt im Geburtshaus Werne

Ich habe gestern Abend schon den Link zum Geburtshaus in Werne hinzugefügt. Da es meiner Frau und auch mir dort aber so gut gefallen hat möchte ich es mir nicht nehmen lassen auch noch ein paar Worte zu schreiben. Gerade da ich in Gesprächen mit bekannten bemerkte das vielen nicht einmal bekannt war, dass es so etwas wie Geburtshäuser überhaupt gibt ist es mir ein Anliegen hier kräftig die Werbetrommel zu rühren!

Wie bei vielen anderen wahrscheinlich auch war bei uns im Hinterkopf von Beginn an verankert, dass man sein Kind natürlich in der Klinik / im Krankenhaus zur Welt bringt. Alternativ gab es da nur noch den Begriff „Hausgeburt“. Diese stand bei uns aber nie zur Debatte, da wir zum einen unser Kind in einer Umgebung bekommen wollten in dem ihm im Falle eines Falles umgehend geholfen werden kann und zum anderen (und das war eine rein egoistische Überlegung) die „Sauerei“ nicht in der eigenen Wohnung haben wollten.

Diese Sichtweise änderte sich allerdings nachdem wir uns den Beistand unserer Hebamme Ute suchten. Ute stellte sich eingangs vor und da kam zum ersten mal der Begriff „Geburtshaus“ ins Spiel. Da bei uns jedoch weiterhin Krankenhaus auf dem Programm stand haben wir uns auch nicht weiter darüber unterhalten. Wie der Zufall es will, war unser errechneter Geburtstermin aber sehr nah am geplanten Urlaub von Ute und sie schlug vor, dass wir doch zu einem sowieso statt findenden Infoabend mit Führung in das Geburtshaus kommen. Dort könnten wir dann Edina, ihre Vertretung in der Urlaubszeit, schon einmal kennen lernen und wüssten wer uns dann nach der Geburt neben Ute eine Weile besuchen wird.

Gesagt, getan. Am Termin machten wir uns also auf nach Werne. Ein „folgenschwerer“ Besuch wie sich herausstellen sollte! Kaum angekommen war uns das Geburtshaus schon sympathisch. Die Umgebung ist wirklich etwas ganz anderes als der Kreißsaal in einem Krankenhaus! Das erste kurze kennen lernen fand im „Warteraum“ statt. Warum das Warteraum in Anführungszeichen steht? Eine Eckcouch sowie eine große, auf gehangene Korb-Schaukel dominieren hier das Bild welches dank vieler Details eher an ein Wohnzimmer erinnert. Darum die Anführungszeichen!

Nachdem man sich also kurz kennen gelernt hatte (Gut, Ute kannten wir natürlich schon ;)) ging es los mit einer Runde durch das Haus. Erst einmal: Haus ist der vollkommen richtige Begriff. Neben einem extra Badezimmer für die Schwangere mit Badewanne und der extra Toilette für die Männer bzw. Besucher gibt es eine voll ausgestattete Küche! Was uns am meisten beeindruckte war jedoch der Raum in dem die eigentliche Geburt stattfindet. Im Prinzip eine Mischung aus riesigem Schlafzimmer auf der einen Seite und einem Badezimmer auf der anderen. Alles ist rundum auf Gemütlichkeit ausgelegt.

Auf der Schlafzimmer-Seite finden sich ein großes Bett, ein Schrank, ein Waschbecken sowie einige „Gerätschaften“ welche bei der Geburt helfen. Bitte nicht falsch verstehen! Ich meine damit an der Decke angebrachte Tücher an denen man sich festhalten kann, eine Art Geburtsstuhl (ich hoffe man verzeiht mir mangelnde Fachbegriffe) sowie mehrere andere Sitzgelegenheiten für gebärende und nicht gebärende. Im Bad findet sich dann aber, zumindest für den technisch interessierten, dass Prachtstück. Die Badewanne! Ich habe noch nie eine so gemütliche Badewanne gesehen! Und das beste an der Wanne ist: Durch eine eingebaute Induktionsschleife kann der Herzschlag des Kindes permanent überwacht werden. Das die Wanne eine Tür hat durch die man gemütlich rein und raus kommt ist da schon fast Nebensache ;).

Zusätzlich sorgen ruhige Musik, oder auch mitgebrachte Musik, und schummriges Licht für permanentes Wohlfühlklima! Wer das liest fragt sich jetzt wahrscheinlich warum ich so schwärme, wo wir doch nur zum kennen lernen von Edina vorbei gefahren sind. Nun ja… um es kurz zu fassen: Wir wollten da hin!!!. Ich bin mir sicher, dass es keine Minute dauerte bis wir uns beide entschieden hatten das unser Kind im Geburtshaus auf die Welt kommen soll und nicht in einer sterilen Krankenhaus Umgebung.

Im Nachhinein betrachtet war es wirklich die beste Entscheidung die wir treffen konnten! Nachdem meine Frau regelmäßige Wehen in kurzen Abständen hatte kam Ute zu uns nach Hause und hat sich ein Bild davon gemacht wie weit wir denn sind. Von da an wurden wir bereits permanent durch Ute betreut und hatten zu jeder Zeit jemanden vor Ort der einem Sicherheiten bieten konnte. Wer ohne Hebamme in die Klinik fährt, wird auf eine so persönliche Betreuung mitunter vollständig verzichten müssen. Das ist natürlich ein kann! Kein muss! Man darf natürlich nicht jede Einrichtung über einen Kamm scheren. Aber mir ist aus dem Bekanntenkreis schon das ein oder andere zu Ohren gekommen was diese Sichtweise belegt.

Zurück zur Geburt. Nachdem die Wehen stärker wurden ging es dann irgendwann auch los gen Geburtshaus. Dort angekommen stieß sofort Edina hinzu um mit zu helfen. Liebevoll und mit so viel Rücksicht wie möglich haben sich die beiden dann gemeinsam um meine Frau (und manchmal auch mich) gekümmert und dafür gesorgt das es allen gut ging. Zu viele Details über die eigentliche Geburt möchte ich an dieser Stelle nicht einbringen. Das ist privat und geht nun wirklich niemanden etwas an. So viel sei gesagt: Es ist definitiv anstrengend und meiner Frau nach auch sehr Schmerzhaft. Aber glaubt mir wenn ich sage, dass der Moment wo das Kind dann da ist absolut für alles entschädigt.

Auch wenn ich in diesem Moment noch so sehr mit meiner Frau beschäftigt war, dass ich es erst mit etwas Verspätung mit bekommen habe ;). Nach der Geburt ging die Betreuung erstklassig weiter! Meine Frau wurde untersucht und versorgt. Leider mussten mehrere kleine stellen genäht werden. Leider für sie, denn so hatte ich unseren Sohn als erstes im Arm. Ich konnte mich dank des großen Bettes aber mit Erik auf dem Bauch neben sie legen, so dass wir beide etwas von ihm hatten. Uns wurde dann auch noch ordentlich Zeit eingeräumt unseren Sohn kennen zu lernen bevor wir uns nach gut 5 Stunden im Geburtshaus wieder auf den Rückweg machten. Das ist ein weiterer Punkt, der uns sehr gefallen hat: Wenn alles glatt läuft geht es nach Hause. In jedem Fall. Da ist keiner der sagt „Mutter und Kind müssen erst einmal hier im Krankenhaus bleiben“.

Zusammenfassend und als eine Art Fazit kann ich nur sagen: Ich kann das Geburtshaus in Werne bzw. eigentlich auch Geburtshäuser im allgemeinen nur empfehlen. Alle werdenden Eltern sollten sich zumindest einmal umsehen ob es eine entsprechende Einrichtung in ihrer Umgebung gibt und einen Termin vereinbaren an dem sie einmal rein schauen können. Für uns war es die goldrichtige Wahl und wir können das Geburtshaus bedenkenlos weiter empfehlen.

Abschließend möchten wir drei Ute und Edina noch einmal herzlich DANKESCHÖN sagen und hoffen, dass wir mit diesem kleinen Bericht deutlich gemacht haben wie sehr es uns in Werne gefallen hat und wie gut wir über die Schwangerschaft von Ute und im Geburtshaus von Edina und Ute gemeinsam betreut wurden. Wer also aus dem Raum Werne oder auch Sendenhorst kommt: Die beiden sind eine heiße Empfehlung!!!

4 Kommentare

  1. ich weiss ja nicht, wie ein kreisszimmer/-saal bei euch im krankenhaus aussieht, bei uns im welser krankenhaus ist da ein bett, eine couch, ein extra bad, cd-player, eben auch die erwähnten „gerätschaften“ usw.

    und „Mutter und Kind müssen erst einmal hier im Krankenhaus bleiben“ kann keiner sagen, das entscheidet man selbst. die meinungen gehen da ja auseinander. wir waren bei allen kindern recht froh, dass bei etwaigen problemen der arzt gleich da ist und auch sämtliche untersuchungen bequem ohne extrafahrten durchgeführt werden können.

  2. Wie gesagt, ich will gar nicht alle Krankenhäuser über einen Kamm scheren und habe das auch extra dazu geschrieben. Im Krankenhaus welches wir uns angesehen haben war alles sehr steril und kein bisschen einladend. Der Raum war halt zweckmäßig eingerichtet. Mehr aber auch nicht.

    Sicherlich muss jeder für sich selbst entscheiden was, dass richtige ist! Daher auch die Empfehlung sich das ganze vorher anzusehen. Dir, wie so oft, ein Dank für den Kommentar und vor allem für den Beweis, dass es eben auch anders aussehen kann in einem Krankenhaus :)

    Die Untersuchungen führen die Hebammen übrigens auch direkt vor Ort durch! Da muss man nirgendwo mehr hin.

  3. Ich kann dein geschriebenes nur unterschreiben!

    Ich habe inzwischen vier Kinder. Der erste wurde im Krankenhaus entbunden. Geburt total versaut, im nachhinein ein unnötiger Kaiserschnitt geworden

    Kind zwei und drei habe ich bei Edina entbunden. Ute war auch bei nr drei dabei!

    Natürlich ist eine Geburt sehr schmerzhaft, aber die liebevolle und gemütliche Atmosphäre haben vieles erleichtert!!!

    Kind nr vier konnte ich leider nicht bei Edina entbinden, weil wir weggezogen sind

    Da hier keine Geburtshäuser sind, musste ich nitgedrungen in ein Krankenhaus. Die betreuende Hebamme war zwar nett, aber rannte ewig raus… Liess mir die wanne ein, als ich schon 9 cm erreichte (ganz klar das ich das nicht mehr schaffen konnte)… Und während sie mit der wanne beschäftigt war, begannen meine Presswehen… Gut betreut geht anders!

    Nach Hause lassen wollte mich auch keiner, wurde direkt an ne Infusion gehängt damit sich alles fix zurückbildet…
    Jeden tag blut abgenommen wegen entzündungswerten…da fühlt man sich krank

    Ich kann nur sagen das ich meine Geburten bei Edina tausend mal besser fand. Die glauben wenigstens daran das eine Frau zum gebären nur begleitet werden muss und dies selbstbestimmt ablaufen kann

    Hätte ich nicht so viel vertrauen in mich selbst bekommen, dank edina, wäre mein viertes Kind ein Kaiserschnitt geworden

    Ich musste kämpfen um eine selbstbestimmte, komplikationslose und wunderschöne Geburt!!!

  4. Hallo Danni,
    ich entschuldige mich für das späte freischalten des Kommentars. Die Seite verkommt leider im Moment immer mehr und ich finde kaum noch Zeit um rein zu schauen.

    Es freut mich, dass meine Eindrücke vom Geburtshaus in Werne auch von anderen geteilt werden.

    Gruß,
    Holger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.