Einer dieser Tage an denen man sich nach den ersten 10 Minuten auf der Arbeit schon fragt warum man heute Morgen freiwillig aufgestanden ist, ist heute. Man hat noch keinen Fuß über die Türschwelle gesetzt und wird schon vom ersten Kollegen mit den Worten „Mein Rechner ist kaputt“ abgefangen. Nach ein paar gemurmelten Flüchen und Verwünschungen macht man sich also auf den Weg zum Objekt des Hasses und sieht sich die Sache genauer an.

Erste Diagnose: Das Windows Service Pack hat sich über den Windows Update Service installiert. Dann ein Moment des in sich gehen und überlegen mit der Erkenntnis „Warum hat es das? Die Installation habe ich doch aus gutem Grund untersagt“ (anm.: Beim letzten Versuch lag danach das gesamte Firmennetzwerk für mehrere Stunden brach und nichts funktionierte mehr). Also ein schneller Blick auf die Kiste welche die Updates verteilt und siehe da: Es wurde wieder freigegeben. Jetzt ist es aber nicht so, dass einer der Admins die Freigabe gemacht hätte. Bei zwei Personen mit den entsprechenden Zugriffen war das natürlich schnell geklärt. Nein, der Update Service hat einfach selbst beschlossen die Sperre aufzuheben und das SP1 an den Mann bzw. Computer zu bringen.

In jedem Falle half alles nichts und ich musste da durch. Inzwischen waren dann auch noch mehr Kollegen vor Ort und es stellte sich heraus das es um insgesamt 5 betroffene Rechner geht. Nach mehreren Stunden Fehlerdiagnose war dann auch endlich die Ursache für die Fehlgeschlagene Installation gefunden: ZoneAlarm (Bevor jetzt irgend jemand etwas sagt: Ich predige seit Monaten das dieser Schund endlich von den Rechnern muss, stoße dabei aber auf taube Ohren). ZoneAlarm war so restriktiv, dass es dem Microsoft eigenen Patch das austauschen von Systemdateien untersagte und die Installation fehl schlug. Das interessante dabei war, dass auf dem Bildschirm zu lesen stand das alle vom Patch installierten Änderungen jetzt rückgängig gemacht werden würden, als das SP merkte das eine Installation nicht funktioniert. Aber es wäre ja nicht Windows wenn irgend etwas wirklich klappt ;).

Alles in allem hat mich die ganze Geschichte wieder viele sinnlose Stunden Arbeit gekostet und mir einige graue Haare beschert. Jetzt läuft wieder alles und ich kann ein weiteres Argument gegen den Einsatz von personal Firewalls (zumindest gegen mein Lieblingsopfer ZoneAlarm) meiner Liste hinzufügen. Unter dem Aspekt das ich eigentlich Community Manager bin und das letzte betreute Netzwerk noch mit einem Mix aus NT und 2000er Server lief bin ich aber erstaunlicherweise gut zurecht gekommen. Ist anscheinend wie Fahrad fahren ^^

In diesem Sinne hoffe ich das Eure Arbeitstage etwas geruhsamer waren.

Euer Nathansbraten

P.S.: Für alle die auf die gleiche Problematik stoßen, hier eine Kurzanleitung wie sich das Problem am schnellsten aus der Welt schaffen lässt:

  • Den Rechner im abgesicherten Modus starten (F8 kurz vor dem Windows Logo beim Start und „Abgesicherter Modus“ auswählen).
  • Ausführen -> msconfig
  • Im Reiter Dienste den Dienst „True Vector Internet Monitor“ deaktivieren.
  • Im Reiter Systemstart den „Zone Alarm Client“ deaktivieren.
  • Neu starten und das System normal booten lassen. Dieser Bootvorgang kann ein wenig dauern da er (zumindest bei einigen Rechnern) ohne eine Anzeige einfach weiter installiert hat.
  • Nachdem alles wieder läuft die Schritte im msconfig rückgängig machen und Windows 7 mit SP1 genießen.