Wer errät was ein Kater, ein Terrarium, ein Rotkehlanolis und Heimchen miteinander zu tun haben kriegt von mir einen Gummipunkt. Aber ich fange am besten von Vorne an. Wie jeden Morgen klingelte heute der Wecker und riss mich unsanft aus dem Schlaf. Das typische scharren der Katzenpfoten an der Schlafzimmertür ist ja inzwischen schon Gewohnheit und so schwingt man sich aus dem Bett. Was allerdings ungewöhnlich war, war die Tatsache das beim öffnen der Tür kein Kater davor saß. Im Normalfall wird man die beiden vom öffnen der Tür an bis zu dem Moment an dem es Futter gibt nämlich nicht mehr los.

Stattdessen rannte Norris wie von der Tarantel gestochen zwischen Wohnzimmer und Gästezimmer (die am weitesten entfernten Punkte in der Wohnung) hin und her. Gut, das nimmt man dann mit etwas Verwunderung einfach hin und schlurft ins Wohnzimmer um wie jeden Morgen schon einmal den PC ein zu schalten und danach im Badezimmer zu verschwinden. Mehr als den Druck auf den Schalter hab ich leider nicht hin bekommen bevor mir die Kinnlade herunter fiel.

Damit jeder ein Bild davon hat wie unser Terrarium in etwa aussieht hier ein Beispielbild (Da der Beitrag etwas länger wird habe ich hier gekürzt):

So in etwa sieht das aus

So in etwa sieht das aus

 

Nahaufnahme der Abdeckung des Terrariums

Nahaufnahme der Abdeckung des Terrariums

Wenn mich nicht alles täuscht ist das sogar ziemlich genau das Terrarium welches wir auch erworben haben. Ich hatte leider kein eigenes Foto parat und heute Morgen keine Zeit mehr eins zu schießen. Bei dieser Variante ist zur besseren Belüftung kein Glasdeckel verbaut sonder ein ganz feinmaschiges Gitter. Wie das aussieht, ist im Bild neben diesem Text hier zu erkennen. So weit so gut. Ich wollte nur das alle das gleiche Bild vom Terrarium im Kopf haben.

Was hat jetzt der Kater damit zu tun? Das ist relativ simpel und schnell zusammen gefasst. Unser Chuck kam heute Nacht wohl auf die tolle Idee das Terrarium zu erklimmen um näher an die herum hüpfenden Heimchen zu kommen und brach natürlich, ob absichtlich oder unfreiwillig, durch sein nicht unerhebliches Gewicht von ca. 4kg durch einen Teil der Gitter-Abdeckung. Das erklärt denke ich auch die Kinnlade…

Ich wollte wirklich nicht glauben was ich sah, aber wir hatten einen neuen Terrarien-Einwohner. Ein schwarzer Kater hinter Glas der offensichtlich nicht mehr heraus kam und mich kläglich an wimmerte. Nicht das die Mitleids-Nummer noch gezogen hätte… Nachdem unser Chaos-Kater dann „befreit“ war und ich die gröbsten Schäden mit der Hilfe meiner Verlobten beseitigt hatte mussten wir abschließend leider feststellen das der Verbleib eines unserer Anolis unklar ist.

Die Chancen stehen 50/50. Entweder es endete noch in der Nacht als Katzenfutter oder es ist vor Aufregung direkt durch die Öffnung in der Abdeckung geflohen. Im zweiten Fall gebe ich dem armen Tier allerdings nicht mehr lange da in der Wohnung weder die richtige Temperatur noch die richtige Luftfeuchtigkeit vorherrscht.

Damit ist die Population unserer Anolis, nachdem vor einigen Wochen unser Männchen an Altersschwäche verstarb, auf eins gesunken und ich denke in der Einsamkeit wird es das letzte verbliebene Tier auch nicht mehr lange machen. Aber da sieht man mal das nicht nur Herr Gurkensenf ein fieses Kater-Vieh beherbergt. Ich kann immer noch nicht ganz glauben das ich heute Morgen einen Kater aus dem Glaskasten ziehen musste.